Die letzte Meile

Beitrag teilen

Mit dem Problem der “letzten Meile” sind vor allem Logistikunternehmen konfrontiert. Doch eine ähnliche Situation ergibt sich auch im Bereich der Mobilität. Eine mögliche Lösung könnten sogenannte PLEVs sein.

Die Herausforderung in der Last-Mile-Logistik: Wie kommt die Ware nach dem Langstreckentransport über Luft-, See- und Landwege bis zur Haustüre des Kunden? Zahlreiche Zustelldienste erproben hier in den Innenstädten bereits innovative und platzsparende E-Vehikel. Die kommen besser durch den Verkehr und belasten die verstopften Straßen nicht noch zusätzlich.

Szenenwechsel.

Wie komme ich bequem von der letzten Haltestelle ins Büro oder nach Hause? Oft ist diese letzte bzw. erste Meile zu weit zum Laufen, aber eben auch zu kurz, als dass sie die Anschaffung eines eigenen Autos rechtfertigen würde. Mit dem Fahrrad gibt es im Gedränge des ÖPNV mitunter schon wieder Platzprobleme. Eine mögliche Lösung: innovative E-Scooter wie der Ujet, der sich zusammenfalten und sehr platzsparend verstauen lässt. Ein weiterer Clou des asymmetrisch gestalteten Zweirads ist dessen Akku. Dieser lässt sich auf dem Weg zur nächsten Steckdose wie ein Trolley bequem hinterherziehen.

Bitte akzeptieren Sie YouTube Cookies, um dieses Video abzuspielen. Durch Ihre Einwilligung greifen Sie auf Inhalte von YouTube zu. Dies ist ein Service, der von einem externen Drittanbieter bereitgestellt wird.

YouTube Datenschutz

Wenn Sie diese Nachricht akzeptieren, wird Ihre Auswahl gespeichert und die Seite neu geladen.

 

Elektrisch auf zwei oder drei Rollen durch die City

Doch es geht noch kompakter – mit sogenannten PLEVs (Personal Light Electric Vehicles). Die Elektro-Kleinstfahrzeuge sind zwar per se keine Neuheit mehr, allerdings auch 2018 noch kaum in Deutschland anzutreffen. Grund hierfür ist die fehlende Zulassung. Die deutschen Behörden sind sich über die rechtliche Einordnung der E-Tretroller immer noch nicht einig. Im europäischen Umland wie auch in den USA und Asien kommt hingegen immer mehr Schwung in das Geschäft mit den flinken Flitzern.

So arbeitet das Logistikunternehmen DB Schenker mit dem Hamburger Start-up Floatility zusammen, um deren eFloater international an den Start zu bringen. In Wien beispielsweise können Passanten mit dem E-Scooter bereits auf drei Rollen durch die City gleiten. Den E-Tretroller gibt es dort als Sharing-Dienst im Free-Floating-Modell, sodass man den eFlotater nach der Fahrt einfach an geeigneter Stelle abstellt. Er wird dann, wie auch im Falle eines leeren Akkus, von einem Mitarbeiter eingesammelt. Integrierte Sendemodule übermitteln Standort und Ladestand an eine Zentrale.

Bitte akzeptieren Sie YouTube Cookies, um dieses Video abzuspielen. Durch Ihre Einwilligung greifen Sie auf Inhalte von YouTube zu. Dies ist ein Service, der von einem externen Drittanbieter bereitgestellt wird.

YouTube Datenschutz

Wenn Sie diese Nachricht akzeptieren, wird Ihre Auswahl gespeichert und die Seite neu geladen.

 

Flexibel einsetzbar – nicht nur in der Innenstadt

PLEVs wie der eFloater eignen sich natürlich nicht nur für die letzte Meile oder eine gemütliche Altstadterkundung, sondern können auch auf Messen und Großveranstaltungen, weitläufigen Gewerbegebieten oder dem Uni-Campus große Laufwege ersparen. Bisher hat man hier hauptsächlich den selbstbalancierenden Segway Personal Transporter im Einsatz gesehen (was vielleicht auch an den vielen Segway-Crash-Videos auf YouTube liegen könnte). In Kooperation mit dem Startup Lime (bisher LimeBike) hat das Unternehmen Segway jetzt aber eine neue Generation E-Roller entwickelt. Dem Lime-S getauften Modell soll laut getmobility.de erst nach stolzen 55 Kilometern der Saft ausgehen, die Höchstgeschwindigkeit wird mit sportlichen 30 km/h angegeben. Auch dieser Roller wurde wie der eFloater mit Fokus auf Sharing-Dienste konzipiert.

Verkehrs-Allheilmittel oder Innenstadtplage?

Jenseits des großen Teichs rollt der Lime-S bereits parallel zu den etablierten LimeBikes durch Los Angeles, San Francisco und andere US-Metropolen. Speziell in Kalifornien sind die handlichen Tretroller weit verbreitet, denn dort operieren mit Bird und Spin noch zwei weitere PLEV-Sharing-Dienste. Dies ruft bereits wieder Kritiker auf den Plan. Denn die Roller überfluten die Innenstädte, werden oft rücksichtslos abgestellt, blockieren Straßen, Rad- und Gehwege. Während lokale Behörden bereits Unterlassungserklärungen und Strafanzeigen versendeten und Dutzende “wild” geparkte Roller beschlagnahmten, möchte Bird den Gesetzgeber dazu bringen, das Fahren der Scooter auch auf Gehwegen zuzulassen. Es bleibt spannend…

Vor diesem Hintergrund ist es vielleicht ganz gut, dass der deutsche Gesetzgeber in Sachen Elektro-Kleinstfahrzeuge bislang noch gezögert hat. Aber nach Österreich, der Schweiz, Belgien, Finnland, Norwegen und Dänemark wird es Zeit, die E-Roller auch hierzulande offiziell zuzulassen – mit sinnvollen technischen Standards und Regularien, sodass uns kalifornische Wild-West-Zustände auf der letzten Meile erspart bleiben.

Quellen:
https://www.ujet.com/en
http://getmobility.de/20180516-lime-arbeitet-mit-segway-an-elektro-roller
https://logistik-aktuell.com/2018/05/14/efloater-in-der-stadt-der-zukunft
https://www.emobilserver.de/nachrichten/elektro-fahrzeuge/elektro-roller/866-trend-in-den-usa-elektrische-tretroller.html
https://qz.com/1257997/electric-scooters-are-flooding-california-and-theyll-be-on-your-sidewalks-soon

Beitrag teilen
Noch keine Kommentare vorhanden.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich stimme zu.