Megatrend Digitalisierung: Automobile Technologien in den Startlöchern

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Die Digitalisierung schreitet branchenübergreifend mit zunehmender Geschwindigkeit voran. Doch was passiert in der Fahrzeugindustrie? Woran wird entwickelt, welche Technologien sind vielleicht schon bald serienreif? Wir werfen einen Blick auf drei aktuelle Innovationen.

Bereits heute benötigt man bei vielen Carsharing-Systemen keinen Autoschlüssel mehr. Nicht nur die Buchung, sondern auch das Öffnen, Schließen und Starten des Fahrzeuges erfolgt hierbei über die zugehörige Smartphone-App. Allerdings muss in den meisten Fällen eine Zusatzhardware im Auto installiert werden – entweder nachträglich oder direkt ab Werk. Auch bei privaten Fahrzeugen neueren Baujahrs muss der Autoschlüssel in vielen Fällen gar nicht mehr aus der Tasche genommen werden. Es reicht, wenn man ihn bei sich trägt. Der sogenannte Digital Key soll auch das bald überflüssig machen. Ein Konsortium aus verschiedenen Auto- und Elektronikherstellern hat unlängst die Spezifikationen für einen digitalen Autoschlüssel verabschiedet.

Das Smartphone als Autoschlüssel

Zum Car Connectivity Consortium (CCC) zählen neben Audi, BMW, General Motors, Hyuandai und Volkswagen auch Apple, Samsung und LG. Sie arbeiten gemeinsam daran, den herkömmlichen Autoschlüssel ganz abzuschaffen. (Randnotiz: Warum ausgerechnet Google nicht mit an Bord ist, bleibt vorerst ein Rätsel.) Mit der Version 1.0 des Digital Key wurde nun die Basis für einen einheitlichen Standard geschaffen. Dieser soll verhindern, dass jeder Auto- bzw. Smartphone-Hersteller sein eigenes Süppchen kocht und die unterschiedlichen Systeme letztlich nicht kompatibel sind. Für den Nutzer ein riesengroßer Pluspunkt.

Um größtmögliche Sicherheit vor Missbrauch des digitalen Schlüssels zu gewährlisten, setzt man nicht auf WLAN oder Bluetooth, sondern nutzt den NFC-Chip (Near Field Communication) des Smartphones. Diese Technik, auf Deutsch „Nahfeldkommunikation“, kommt bisher hauptsächlich bei der bargeldlosen Zahlung (Micropayment) zum Einsatz und funktioniert nur auf sehr kurze Distanz. Und damit man beim Verleihen des eigenen Autos nicht auch gleich sein Handy mit hergeben muss, lässt sich der digitale Autoschlüssel auf Wunsch auch teilen und auf andere Smartphones, zum Beispiel die von Familienmitgliedern, übertragen. Als einer der ersten Hersteller bietet Audi bereits Fahrzeuge an, die mit dem Digital Key 1.0 kompatibel sind. Für erweiterte Kompatibilität arbeitet das CCC bereits an einer Version 2.0. Geplanter Veröffentlichungstermin ist das erste Quartal 2019. (Quelle)

Funktionale Bedienoberflächen

Das Technologieunternehmen Continental möchte mit seinen Morphing Controls die Bedienung und das Design neuer Fahrzeug-Cockpits grundlegend revolutionieren. „Tasten aus dem Nichts“, so beschreibt der Hersteller die neuen 3D-Bedienelemente, die erst bei Bedarf zum Vorschein kommen. Möglich macht dies eine Kombination aus Näherungssensorik, Krafterkennung und haptischer Rückmeldung. Aus einem zunächst glatten Armaturenbrett treten beleuchtete Tasten hervor, sobald sich die Hand des Fahrers der Oberfläche nähert. Beim Betätigen spürt der User einen kurzen Impuls zur Bestätigung, wie es beispielsweise auch beim Home-Button der neusten iPhones der Fall ist. Zieht man die Hand weg, verschwinden die Tasten wieder unsichtbar hinter glattem Kunstleder.

Continental Morphing Controls
Die beleichteten Tasten kommen erst bei Annäherung der Hand zum Vorschein. (Bild: © Continental)

Der Anspruch: Einfache Bedienung möglichst vieler Funktionen mit möglichst wenig Tasten. Das sorgt für eine edle und vor allem aufgeräumte Optik, die den Fahrer im Straßenverkehr weniger ablenken soll. Das dehnbare und lichtdurchlässige Oberflächenmaterial ermöglicht eine helle, gleichmäßige LED-Beleuchtung der hervortretenden Tasten. Das modulare Konzept lässt sich laut Continental nicht nur im Armaturenbrett, sondern auch in Türverkleidungen oder den Dachhimmel integrieren. In deaktiviertem Zustand soll der Nutzer die Morphing Controls weder sehen noch erfühlen können. Ob und wann die 3D-Bedienelemente in der Serienproduktion der Autohersteller zum Einsatz kommen, steht zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht fest. Wie das Cockpit der Zukunft aber einmal aussehen könnte, zeigt Continental im nachfolgenden Video. (Quelle)

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Digitalisierung auch beim Nummernschild

Weit mehr als ein Stück Blech mit Zahlen und Buchstaben – aus Nummernschildern könnten im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung bald vernetzte, multifunktionale Anzeigetafeln werden. Der US-Bundesstaat Kalifornien testet aktuell die Einführung digitaler Nummernschilder. Zum Einsatz kommt hierbei eine Display-Technik wie bei E-Book-Readern. So können die Nummernschilder nicht nur Ziffern und Buchstaben, sondern auch monochrome Grafiken darstellen. Gestohlene Fahrzeuge werden bereits mit einem blinkenden Hinweis auf dem Nummernschild kenntlich gemacht. Zukünftige Anzeigemöglichkeiten sind zum Beispiel Zulassungs- und TÜV-Daten, Park- und Zufahrtsberechtigungen, Mautvignetten sowie bei parkendem Fahrzeug auch personalisierte Nachrichten, Werbung oder Notfallmeldungen.

Die kalifornischen Behörden testen den Betrieb aktuell in einem Pilotprojekt mit bis zu 180.000 möglichen Fahrzeugen. Auf Basis der bis zum Jahr 2020 gesammelten Erfahrungen soll dann über eine endgültige Einführung entschieden werden. Texas, Arizona und Florida ziehen ähnliche Testprogramme für dieses Jahr in Erwägung.  Aufgrund des hohen Stückpreises von rund 700 Dollar sind die digitalen Kennzeichen allerdings noch nicht allzu weit verbreitet. Ohnehin dürften hier eher Flottenbetreiber und Autovermietungen zur Zielgruppe gehören, welche dann nicht mehr mit den alten Blechschildern hantieren müssen, sondern neue Zulassungs- oder Halterdaten einfach per WLAN auf das Display aufspielen. Kurios: Aktuell gibt es in den USA mit Reviver Auto nur einen einzigen Anbieter für das digitale Kennzeichen. (Quelle)

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