Verkehrswende: Neue Konzepte für urbane Mobilität

Panorama-Foto von der Stadt Rotterdam als Titelbild für den Blogbeitrag zur Verkehrswende in Städten
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Weltweit kämpfen Städte gegen Stau und schlechte Luft. Der motorisierte Individualverkehr (MIV) hat vielerorts ein Ausmaß angenommen, welches nicht mehr lange tragbar ist. Doch mit der Verkehrswende geht es viel zu langsam voran. E-Scooter-, Car- und Ride-Sharing zeigen aktuell kaum Wirkung – die Städte selbst sind gefragt. Mit mutigen, umfassenden Konzepten müssen alternative Verkehrsmittel attraktiver gemacht werden.

„Blechlawinen, dicke Luft, Parkplatznot – in vielen Metropolen offenbart sich mittlerweile ein ähnlich unschönes Bild. Weitermachen wie bisher ist keine Lösung.“ Das schrieben wir bereits Anfang Juli 2018 in diesem Beitrag. Hat sich die Lage seitdem merklich verbessert? Gemessen an der jährlichen Datenauswertung des Navi-Herstellers TomTom, ist leider genau das Gegenteil der Fall. Immer mehr deutsche Städte verzeichnen ein wachsendes Verkehrsaufkommen. Von Verkehrswende keine Spur…

Auf der TomTom-Stauliste ganz oben: Die Hansestadt Hamburg, dicht gefolgt von Berlin, Wiesbaden, München, Nürnberg und Stuttgart. Der Auswertung der Bewegungsdaten für 2019 sagt aus, dass die Belastung durch den motorisierten Verkehr in 18 von 26 deutschen Großstädten im Vergleich zum Vorjahr zugenommen hat. Diese Tatsache verwundert nicht, wenn man in Betracht zieht, dass immer mehr Menschen vom Land in urbanes Gebiet ziehen. Und dass die Anzahl zugelassener PKW jährlich weiter steigt. Laut Kraftfahrt-Bundesamt ergibt sich in der Jahresbilanz 2019 ein Anstieg der Zulassungen im Vergleich zum Vorjahr um über 5 Prozent. Die Rechnung ist einfach: Mehr Menschen + mehr Autos = mehr Stau. Nachfolgendes Video von TomTom International BV zeigt die Blechlawinen in den Städten Dubai, New York, Paris und London.

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Push-Pull-Faktoren für die Verkehrswende

Carsharing-Angebote, Mitfahrdienste wie Moia oder Berlkönig und die seit letztem Jahr zugelassenen E-Scooter werden als wichtige Bausteine der Verkehrswende angepriesen. Dennoch scheinen sie bisher kaum einen nachhaltigen Effekt zu haben. Experten sehen nun die Städte und Kommunen in der Pflicht, gemeinsam mit neuen und alten Mobilitätsanbietern passende Gesamtverkehrskonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Dazu gehören dann nicht nur Fahrverbote sowie die Verteuerung bzw. Verknappung von Parkraum (Push-Faktoren), sondern auch das Schaffen von Anreizen, auf alternative Verkehrsmittel umzusteigen (Pull-Faktoren).

Der Ausbau von Fuß- und Radwegen, höhere Taktung und günstigere Preise im öffentlichen Nahverkehr, bessere Bahn-Infrastruktur – Ansatzpunkte gibt es zuhauf. Wir sehen uns im Folgenden einige dieser Lösungen und Konzepte im In- und Ausland an. Viele sind weiterhin nur Einzelmaßnahmen, aber vielleicht trotzdem der Startschuss für ein gesellschaftliches Umdenken und die überfällige Verkehrswende. Los geht’s:

Augsburg

Die Stadt Augsburg hat mit Wirkung zum 01. Januar 2020 eine neue City-Zone eingeführt, in der das Bus- und Tramfahren gratis ist. Zwar umfasst diese Zone insgesamt nur 9 Haltestellen, aber das Angebot ist in deutschen Großstädten bislang einzigartig. Und es gilt auch für Touristen und Gäste aus dem Umland. Die City-Zone soll vor allem den Parksuchverkehr und damit die CO2- und Feinstaubbelastung in der Innenstadt reduzieren. Übrigens: Im Ausland ist kostenloser ÖPNV längst keine Seltenheit mehr. In welchen Städten und Ländern man gratis fahren kann, haben wir in diesem Artikel beleuchtet.

Ausschnitt aus dem Netzplan des Augsburger ÖPNV mit der City-Zone im Zentrum
Die City-Zone ist Teil der Augsburger Agenda für Mobilität. Oberstes Ziel der City-Zone ist, den Parksuchverkehr und damit den CO2-Ausstoß im Zentrum zu reduzieren. Illustration: © Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund GmbH
Berlin

In der deutschen Hauptstadt soll das Parken teurer werden. Hierzu möchte die Verkehrs- und Umweltsenatorin Regine Günther im Sinne ihres Luftreinhalteplans die Parkraumbewirtschaftung massiv ausweiten. Etwa 75 Prozent der der Parkplätze in der Innenstadt sollen ticketpflichtig und der Durchschnittspreis von zwei auf drei Euro pro Stunde angehoben werden (RBB24). Darüber hinaus erließ der Berliner Senat einen Regelplan für die Umwandlung von PKW-Parkplätzen zu Stellflächen für Lastenräder an allen Straßen mit zugelassener Höchstgeschwindigkeit bis Tempo 30. (Quelle)

Es gibt aber auch Pläne, in Berlin ganze Viertel weitgehend autofrei zu machen. Dabei folgt man dem Modell der sogenannten Superblocks von Barcelona. Unter anderem soll der Bergmannkiez dann komplett für den Durchgangsverkehr gesperrt und umliegende Hauptstraßen zu Tempo-30-Zonen mit geschützten Radwegen umgewandelt werden (Berliner Zeitung). Außerdem testet die BVG aktuell Oberleitungsbusse in Berlin-Spandau. Diese sind in der Hauptstadt zwar keine Neuheit, aber eine gute, leicht zu installierende Alternative zum Bau von Straßenbahnen. Dank moderner Batteriespeichertechnologie könnten die leisen und umweltfreundlichen O-Busse auch Teilstrecken ohne Oberleitung be- und Baustellen einfach umfahren. Allerdings stehe ein Testbetrieb laut Berliner Verkehrsverwaltung noch ganz am Anfang der Planungsphase. (Berliner Zeitung)

Illustration zum Modell der Superblocks nach dem Vorbild Barcelonas, wie sie auch in Berlin entstehen sollen.
Die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg hat beschlossen, den gesamten Bergmannkiez mit einfachen Mitteln von jeglichem Durchgangsverkehr zu befreien und zügig geschützte Radinfrastruktur auf den umliegenden Hauptstraßen zu schaffen. Illustration: © Changing Cities e.V.
Fürth

Die fränkische Stadt Fürth möchte die Lebensqualität für die Einwohner verbessern. Hierfür kündigte Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung bereits im Februar 2019 ein umfassendes Maßnahmenpaket an, welches neben neuen Fahrradstraßen und Radwegen auch neue Buslinien sowie den Ausbau von Busbeschleunigungsspuren und Signalanlagen der Elektro-Bus-Flotte vorsieht. Darüber hinaus soll es mehr Ladesäulen und neue Carsharing-Standorte geben und der Fürther Hauptbahnhof barrierefrei umgebaut werden.

Hannover

Niedersachsens Hauptstadt will die Verkehrswende in der Region mit einem Zehn-Punkte-Programm vorantreiben und dabei vor allem den öffentlichen Nahverkehr weiter ausbauen. Unter anderem stehen zusätzliche Fahrzeuge für die Stadtbahn, die Sanierung der U-Bahn-Station am Hauptbahnhof, große Park-&-Ride- sowie Bike-&-Ride-Anlagen, Busse mit Brennstoffzellenantrieb und eine engere Taktung des S-Bahn-Verkehrs auf der Agenda. Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz sagte dazu: „Wenn wir ernsthaft Klimapolitik betreiben wollen, müssen wir die Alternativen zum Auto stärken. Das geht nur mit einem Mix von Maßnahmen. Der Ausbau des ÖPNV ist ein wesentlicher Baustein.“

Wien, Österreich

Nicht gratis, aber vergleichsweise günstig, ist der ÖPNV in Wien. Bereits im Jahr 2012 hat die Verwaltung der österreichischen Hauptstadt auf die sogenannte 365-Euro-Karte umgestellt. Man zahlt also umgerechnet nur einen Euro pro Tag. Vorausgesetzt, das Ticket wird auf einmal bezahlt. Seit vielen Jahren versucht die Wiener Verkehrspolitik, das Auto aus der Stadt zu bekommen und vor allem den Radverkehr zu stärken. Der günstige Nahverkehr ist eine von mehreren Maßnahmen, aber mittlerweile auch eine umstrittene. Studien würden belegen, dass die die Vergünstigung allein kaum einen Effekt, sondern vielmehr die sehr hohe Netz- und Taktdichte sowie eine umfassende Parkraumbewirtschaftung eine Reduzierung des motorisierten Verkehrs herbeigeführt haben. (Der Standard)

Barcelona, Spanien

Die Superblocks haben wir im Abschnitt zu Berlin bereits erwähnt. Mit diesem Konzept, welches idealerweise 9 Häuserblöcke zu einem quadratischen Superblock vereint, hat die katalanische Hauptstadt einige Stadtviertel nahezu komplett vom motorisierten Individualverkehr befreit. Der muss nämlich vorwiegend außenherum fahren. Der gewonnene Platz auf den Straßen innerhalb der Superblocks wird zu Begegnungsstätten für Bewohner und Passanten. Lieferverkehr und Anwohner dürfen zwar weiterhin auch innerhalb des Blocks fahren, dort gilt aber eine Höchstgeschwindigkeit von zehn Stundenkilometern. Darüber hinaus haben Fußgänger und Radfahrer stets Vorrang. Die Annahme der ansässigen Einzelhändler, durch die Verdrängung des PKWs Kunden zu verlieren, hat sich indes nicht bestätigt. (Business Insider)

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Brighton, Großbritannien

Die Grünen-Stadträtin von Brighton, Amy Heley, möchte das Zentrum der Stadt an der Südküste Englands bis 2023 zur autofreien Zone umgestalten. Dies ist die jüngste Initiative britischer Kommunen, um Staus und Luftverschmutzung zu verringern und städtische Gebiete für Fußgänger und Radfahrer „zurückzuerobern“. Ähnliche Pläne verfolgen bereits auch Birmingham (West Midlands) sowie die altertümliche Stadt York im Nordosten Englands. Innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern von York sollen bis in spätestens drei Jahren keine privaten PKW mehr fahren dürfen.

Bristol im Südwesten, Manchester im Nordwesten Englands sowie Schottlands Hauptstadt Edinburgh planen oder implementieren bereits Maßnahmen wie autofreie Tage, ein Verbot von Dieselfahrzeugen, zeitlich und örtlich begrenzte Fahrverbote und die Erhebung von Gebühren bei der Ein- bzw. Durchfahrt bestimmter Stadtteile. Wirklich aufeinander abgestimmt scheinen diese Maßnahmen allerdings noch nicht. „Es gibt keinen Konsens – wir befinden uns in einer Zeit des Experimentierens, in der wir neu definieren, was für unser Leben in den Städten wichtig ist“, sagt Peter Jones, Professor für Verkehr und nachhaltige Entwicklung am University College London. Die Hauptstadt des vereinten Königreichs ist übrigens auch der Vorreiter für einen Richtungswechsel in der britischen Verkehrspolitik. Bereits im Jahr 2003 hat die zuständige Verwaltung eine täglich zu entrichtende Innenstadtmaut eingeführt. (The Guardian)

Kopenhagen, Dänemark

Trotz der weitgehend windigen und regnerischen Witterung wurde das Radfahren in Kopenhagen in den 80ern und 90ern immer beliebter. Im Zuge des Vorhabens, bis 2025 die erste klimaneutrale Hauptstadt der Welt zu werden, gab es in den letzten Jahren zahlreiche Aktivitäten zur Verbesserung der bereits wegweisenden Fahrradinfrastruktur. „Wir sind eine Fahrradstadt und wollen die besten der Welt sein”, sagte Klaus Mygind, ein für Verkehrspolitik zuständiges Mitglied des Stadtrats von Kopenhagen, in einem Interview. „Wir haben noch viel zu tun. Ich bin kein Autohasser. Aber ich denke, wir müssen alles tun, um die meisten Autofahrten in die Stadt zu stoppen. Wir brauchen mehr Fahrräder, weniger Autos.“

Foto eines Radwegs in Kopenhagen mit grüner Ampel für Radfahrer
Grünes Licht für Radfahrer: Kopenhagen möchte Fahrrad-Welthauptstadt werden. Radschnellstraßen verbinden die Vororte mit der Innenstadt. Foto: © Cycle Superhighways, Capital Region of Denmark

Um das Pendeln mit dem Fahrrad noch einfacher, schneller und komfortabler zu machen, hat Kopenhagen seit 2006 17 neue Brücken für Fahrräder über die Häfen und Kanäle der Stadt gebaut – 15 davon in den letzten vier Jahren. Außerdem wurden mehr als einem Dutzend Fahrradautobahnen („Supercykelsti“) gebaut, die von den Vororten in den Stadtkern führen. All diese Maßnahmen senden natürlich ein starkes Signal an die Pendler. Mit dem Auto in die Stadt ist unbequem und teuer. Ein Parkticket kann hier bis zu 80 Euro kosten. (L.A. Times)

Paris, Frankreich

Eine Stadt für Menschen, nicht für Autos – danach strebt auch die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo. Sie treibt die Verkehrswende in der Hauptstadt schon seit 2014 konsequent voran, ließ beispielsweise ein Seine-Ufer für Autos sperren und die Radweg-Infrastruktur massiv ausbauen. Im Falle einer Wiederwahl will Hidalgo noch entschlossener vorgehen und die ganze Stadt zugunsten von Fußgängern und Radfahrern umgestalten. Platz für Autos wäre dann in vielen Wohngebieten nicht mehr vorgesehen, mehr als 70 Prozent der öffentlichen Parkplätze würden gestrichen und zu Grünanlagen und Erholungszentren umgewandelt.

Zeichnung, die das Prinzip der Stadt der 15 Minuten verdeutlicht.
Von zuhause aus alle Dinge des Alltags in 15 Minuten erreichbar – ohne Auto! So möchte Bürgermeisterin Anne Hidalgo die Stadt Paris umgestalten. Illustration: © Anne Hidalgo, Twitter

Hidalgos Vision: eine Stadt der 15 Minuten („Ville Du Quart D’Heure“), in der die Bürger alle Besorgungen und Erledigungen innerhalb von einer Viertelstunde tätigen können – und das ganz ohne Auto. Doch nicht nur die Wohnviertel, sondern auch die großen Verkehrswege sollen weitgehend für den motorisierten Verkehr gesperrt und wieder zu Fußgängerzonen umgestaltet werden. Das Auto wird – unabhängig von seiner Antriebsart – das langsamste Verkehrsmittel in Paris werden. (Stern)

Stockholm, Schweden

„Pakete rein, Altpapier raus“ – auch diese Idee kommt aus Skandinavien und soll im Sinne der Verkehrswende Leerfahrten von Liefer- und Recycling-Fahrzeugen in der Stadt vermeiden. Hierzu arbeiten nicht nur in Stockholm, sondern mittlerweile auch in Trondheim, Malmö und Oslo der Lieferservice Bring und die Müllabfuhr Hand in Hand. Mit eigens entwickelten elektrischen Lastenfahrzeugen werden in Stockholm täglich etwa 500 Pakete ausgeliefert.  Hat sich bei den Empfängern verwertbarer Abfall (Papier, Pappe, Verpackungen) angesammelt, nimmt der Kurier diesen gleich mit zu einer zentralen Sammelstelle. Bring beliefert dabei hauptsächlich Großbüros. (ZDF)

Utrecht, Niederlande

In Holland ist das Fahrrad deutlich beliebter als das Auto. Die Topografie und eine entsprechend gute Radinfrastruktur machen’s möglich. Es ist daher wenig verwunderlich, dass man auch das weltgrößte Fahrrad-Parkhaus in den Niederlanden vorfindet. Genauer gesagt in der Stadt Utrecht, wo täglich etwa 125.000 Radfahrer unterwegs sind. Unter dem Bahnhof der Stadt finden auf drei Etagen und mehr als 17.000 Quadratmeter Fläche bis zu 12.500 Fahrräder Platz. Es gibt Leihräder, einen Reparatur- und Ersatzteilservice und Security-Personal. Das Abstellen eines Rades ist bis zu 24 Stunden kostenlos, darüber hinaus kostet ein Stellplatz 1,25 Euro am Tag. Stientje van Veldhoven, die niederländische Staatssekretärin für Infrastruktur, sagte im Interview mit The Guardian: „Wenn man möchte, dass Menschen auf das Auto verzichten, muss man sicherstellen, dass die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel einfach und bequem ist. Es muss einfach sein, das Fahrrad so nah wie möglich am Zug zu parken.“ (Utopia)

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Darüber hinaus könnte in Utrechts Stadtteil Merwede bald ein weiteres Vorzeigeprojekt entstehen. Die Gemeinde arbeitet an einem städtebaulichen Plan zur radikalen Umgestaltung eines Industriegebiets am Kanal. Bis 2024 könnte dort ein 60 Hektar großer, autofreier Vorort mit vielen Grünflächen entstehen. Hierbei gehen Quartiersplanung und Verkehrswende Hand in Hand. Fußgänger und Radfahrer sollen hier Vorrang haben und Anwohner sowie Besucher auf eine große Auswahl an Sharing-Fahrzeugen, Leihräder und öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen können. (Forbes)

Konzeptbild vom geplanten Stadtteil Merwede (Utrecht), Verkehrswende
So stellen sich Architekten, Stadtplaner und Grundbesitzer den neu gestalteten Stadtteil Merwede in Utrecht vor. Innerhalb des Quartiers gibt es (fast) keine Autos. Illustration: © 2018 merwede
San Francisco, USA

Die Market Street in San Francisco ist eigentlich eine der verkehrsreichsten und auch gefährlichsten Durchgangsstraßen der Innenstadt. Um das Verkehrschaos aus Autos, Lieferfahrzeugen, Bussen, Fahrrädern, Fußgängern und der historischen Straßenbahn einzudämmen, sind dort seit Anfang Februar 2020 Privatfahrzeuge inkl. Uber und Lyft tabu. Nach jahrzehntelangen Debatten stimmte der Vorstand der San Francisco Municipal Transportation Agency im Oktober 2019 einstimmig für einen 600 Millionen US-Dollar teuren Bauplan namens „Better Market Street“.

Illusatration zur Umgestaltung der Market Street in San Francisco mit viel Platz für Fußgänger und Radfahrer
Verkehrswende am Beispiel des Projekts “Better Market Street” in San Francisco. Viel Platz für Fußgänger, Radfahrer und den ÖPNV. Illustration: © San Francisco Municipal Transportation Agency

Der Bau eines geschützten Radwegs, eines neu asphaltierten Bürgersteigs, einer neuen Straßengestaltung und einer aktualisierten Straßenbahninfrastruktur soll bis Anfang 2021 beginnen. „Die Market Street ist das Herzstück des Verkehrsnetzes von San Francisco. Ich freue mich sehr, dass sie endlich wieder Fußgängern, Radfahrern und Transitfahrern zur Verfügung steht”, heißt es in einer Erklärung von San Franciscos Bürgermeister London Breed. Ein weiteres klares Signal in Richtung Verkehrswende! (Citylab)

Titelfoto: Rotterdam, Niederlande © Dimitry Anikin, Pexels

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